Es war einmal ein Dorf aus dem 13. Jahrhundert in Landkreis Niederbarnim namens Dalldorf, das zwischen den Dörfern Lübars, Reinickendorf und Tegel lag, und auf dessen Wiesen wegen des begrenzten Platzes nur bedingt Viehwirtschaft möglich war. Nachdem 1879 die "Städtische Irrenanstalt zu Dalldorf" eröffnet war, wurde der Ortsname im Volksmund zum Synonym für Irrenanstalt. Nachdem sich im Nachbardorf Tegel die Firma Borsig niedergelassen und Bauland in Dalldorf erworben hatte, entstand hier eine Werkssiedlung für die Industriearbeiter, die später den Namen Borsigwalde erhielt. Da sowohl die alteingesessenen Dorfbewohner als auch die Borsig-Mitarbeiter unter der negativen Assoziation des Dorfnamens litten, wurde 1903 ein Antrag auf Umbenennung gestellt. Der kürzlich verstorbene, langjährige und beliebte Amtsvorsteher Peter Witte wurde Pate für den neuen Dorfnamen. 1905 bekam Dalldorf den neuen Namen Wittenau. Aufgrund der sich entlang der Kremmener Bahn ansiedelnden Industriebetriebe ging es der Gemeinde Wirtschaftlich gut, so dass 1911 das repräsentative Rathaus Wittenau feierlich eingeweiht werden konnte – das spätere Rathaus des Bezirks Reinickendorf. Dieser entstand am 1.10.1920 durch die Eingemeindung nach Berlin. Wittenau war nun ein Ortsteil. Da das Nachbardorf Reinickendorf das größte in der Gegend war, bekam der Bezirk dessen Namen. Mit der Gebietsreform 1938 fielen kleine Teile der Bezirksfläche an Pankow, die Bezirksreform am 1.1.2001 überstand der Bezirk hingegen unverändert. Erst nach der Wiedervereinigung schrumpfte Wittenau gleich zweimal deutlich: 1999 wurde das Märkische Viertel zum eigenen Ortsteil „befördert“, 2012 machte Borsigwalde den gleichen Hierarchiesprung.
Bedeutende Straßen in Wittenau sind Oranienburger Straße (Teil der B96), Roedernallee (ebenso), Eichborndamm, Am Nordgraben, Hermsdorfer Straße sowie der Straßenzug Gorkistraße – Alt-Wittenau. Wichtige Institution in Wittenau ist der Hauptsitz des Vivantes-Netzwerks für Gesundheit mit dem Rest der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik.
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