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Köpenick 2016-11-16T15:19:51+00:00

Köpenick

Köpenick ist seit der letzten Bezirksreform am 1.1.2001 ein Ortsteil des Bezirks Treptow-Köpenick im Südosten Berlins und mit 34,9 km² der flächenmäßig größte Ortsteil Berlins, zugleich aber einer der am dünnsten besiedelten, denn mit einem großen Anteil am Berliner Stadtforst und mehr als der Hälfte des Großen Müggelsees sowie weiterer Gewässer besteht Köpenick zu rund zwei Dritteln aus Wald- und Wasserfläche.

Bedeutende Straßen sind die Straßenzüge Oberspreestraße – Lange Brücke – Müggelheimer Straße – Müggelheimer Damm und Bahnhofstraße – Mahlsdorfer Straße sowie Lindenstraße, Kaulsdorfer Straße, Gehsener Straße, Hämmerlingstraße, Friedrichshagener Straße, Grünauer Straße, Glienicker Straße, Wendenschloßstraße, Salvador-Allende-Straße und Pablo-Neruda-Straße sowie die Spindlersfelder Straße und die Rudolf-Rühl-Allee (ehemals Köpenicker Allee), die den Ortsteil nach Westen begrenzen.

Köpenick ist ebenso wie Spandau älter als Berlin. Beide Ortsteile waren mittelalterliche Städte. Spuren in der Altstadt Köpenick reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Das einstige Städtchen Cöpenick wurde 1906 berühmt, als der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt sich als Hauptmann verkleidete, die Autoritätshörigkeit der Menschen ausnutzte und mit Soldaten das Rathaus der Stadt besetzte, Bürgermeister Langerhans verhaftete und sich die Stadtkasse übergeben ließ. Er ging als „Hauptmann von Köpenick“ in die Geschichte ein, obwohl seine Intention weniger das Vorführen des preußischen Gehorsams war als schlicht persönliche Bereicherung. Weniger glimpflich endete ein Ereignis in Cöpenick am 20.3.1920: Eine Widerstandsgruppe gegen den Kapp-Putsch, angeführt von Alexander Futran, wurde vom Standgericht der Reichswehr zum Tode verurteilt und erschossen. Am 1.10. desselben Jahres wurde Cöpenick zu einem Ortsteil und einem Bezirk von Berlin. Am 1.1.1931 wurde die Schreibweise geändert, das C gegen ein K ersetzt. Wiederum traurige Berühmtheit erlangte Köpenick vom 21. bis zum 26. Juni 1933, als die SA in der Wohnsiedlung Elsengrund und Umgebung wie im „Blutrausch“ rund 500 Gegner des NS-Regimes gefangennahm und zum großen Teil schwer misshandelte und/oder ermordete, um ein Exempel für den Umgang mit politischen „Feinden“ wie beispielsweise Anton Schmaus zu statuieren. Ab 1950 hießen die Bezirke im Ostteil der Stadt (so auch Köpenick) „Stadtbezirke“, seit 1990 gibt es wiederum nur Bezirke und Ortsteile. Mit der Bezirksreform am 1.1.2001 wurde der Bezirk Köpenick mit dem Bezirk Treptow zum heutigen Bezirk Treptow-Köpenick zusammengeschlossen.

Aufgrund seiner langen Geschichte und seiner Größe hat der Ortsteil Köpenick viele eigens benannte Siedlungen sowie Natur- und Gewerbegebiete, beispielsweise besagte Altstadt, Baumgarteninsel, Dammfeld, Dammheide, Dammvorstadt, Elsengrund, Innovationspark Wuhlheide, Kämmereiheide, Kietz, Kietzer Feld, Klein Venedig, Köllnische Vorstadt, Köpenicker Bürgerheide, Krusenick, Ludwigsheide, Mittelheide, Müggelhort, Nachtheide, Salvador-Allende-Viertel (ursprünglich Amtsfeld), Spindlersfeld, Uhlenhorst, Wendenschloß und Wolfsgarten. Auch die Gewässerliste des Ortsteils ist lang: Alte Spree, Amtsgraben, Dahme (zum Teil Langer See), Eichwaldgraben, Erpe, Frauentog, Großer Müggelsee, Katzengraben, Kietzgraben, Neuenhagener Mühlenfließ, Spree (zum Teil Müggelspree), Teltowkanal, Teufelssee, Vollkropfgraben, Wuhle.

Bedeutende Institutionen im Köpenick sind das Amtsgericht Köpenick am Mandrellaplatz, die DRK-Kliniken Berlin-Köpenick am Müggelschlößchenweg und die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche in der Puchanstraße 12. Bekannt bei Ausflüglern sind Baumgarteninsel, Bellevuepark, Frauentog, Kanonenberge, Luisenhain, Müggelberge, Müggelturm, Schlossinsel mit Schloss Köpenick, Seebad Wendenschloß, Volkspark, die Ausflugslokale Rübezahl und Mecklenburger Dorf, der Spreetunnel (der Fußgängern die Unterquerung der Spree von der Nordost-Ecke der Kämmereiheide zum Müggelpark in Friedrichshagen ermöglicht) sowie bei Fußballfans das Stadion an der Alten Försterei, Heimstätte des 1. FC Union Berlin.